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St. Laurent – ein wieder entdeckter Spitzen- Rotwein

Saint Laurent - ein tiefroter Wein

Er gehört zur großen Burgunderfamilie und wurde lange nicht als eigenständige Rebsorte angesehen. Fast wäre er ausgestorben, doch seit dem Rotwein- Boom der letzten Jahrzehnte wächst die Anbaufläche ständig und beträgt in Deutschland ca. 700 Hektar; davon entfallen auf die Pfalz und Rheinhessen je etwa 300 Hektar. Der Forster Winzerverein bewirtschaftet gut 4 Hektar St. Laurent.

Geschichte

Der St. Laurent taucht als eigenständige Rotwein- Sorte Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Er scheint aus Frankreich zu stammen und wird 1860 erstmals in Österreich erwähnt. Einige Quellen geben an, dass er von dem damals bekannten Weinfachmann Johann Philipp Bronner von einer seiner Reisen nach Frankreich mitgebracht wurde. Andere sehen die Herkunft aus dem Elsass als wahrscheinlicher an. Dass der Name von der französischen Gemeinde Saint Laurent stammt, ist eher unwahrscheinlich. Meist wird der Name so erklärt, dass die Trauben dieser Rotwein- Sorte um den 10. August, dem Namenstag des Heiligen Laurentius, sich zu färben beginnen. Mitte des 20. Jahrhunderts schien die Sorte ausgestorben. Doch in einer südpfälzischen Rebschule fanden sich wenige Stöcke, die vermehrt wurden; damit begann die Erfolgsgeschichte des St. Laurent, der natürlich vom Rotwein- Boom der vergangenen Jahrzehnte profitierte.

Sortenmerkmale und Ansprüche

Die sattgrünen Blätter sind fünflappig und tief eingebuchtet. Die Oberfläche zeigt sich blasig gewellt; der Blattrand ist scharf gezähnt. Die Stielbucht erscheint meist überlappt. Die mittelgroße, zylindrische Traube hat wenig ausgeprägte Schultern und wirkt sehr kompakt. Die ovalen, dickhäutigen Beeren färben sich blauschwarz mit silbrigem Belag. Wegen des kompakten Wuchses besteht die Gefahr des Aufplatzens, vor allem bei feuchter Witterung. Eine sorgfältige Laubarbeit und das Entblättern der Traubenzone können dem entgegen wirken. Damit wird auch ein gewisser Schutz gegen die Kirschessigfliege erreicht.

Der St. Laurent treibt früh aus und leidet daher unter Spätfrösten. Er zählt zu den mittelfrüh reifenden Rebsorten und bringt bei günstigem Blüteverlauf mittlere Erträge mit recht hohem Mostgewicht. Der richtige Erntezeitpunkt hängt stark vom Wetter ab; bei einsetzender Fäulnis muss geerntet werden, auch wenn die optimale Reife nicht erreicht ist. Der St. Laurent liebt tiefgründige, kalkhaltige Böden und mag sonnige Lagen.

Wein- Charakteristik

Der St. Laurent bringt tiefrote, kräftige Weine hervor, die durch ein reiches Bukett und angenehme Säure gefallen. Kenner finden Aromen von Wildkirschen oder Holunderbeeren. Er eignet sich hervorragend für den Ausbau im Barrique- Fass. Der Forster Winzerverein bietet einen trockenen St. Laurent Kabinett mit sehr gefälliger Frucht und gut verträglicher Säure. Aus einem Teil des Lesegutes erhalten wir durch sofortiges Keltern einen feinherben, sehr erfrischenden „Blanc de Noirs“.

Genuss

Gerade der „Blanc de Noirs“ bietet gut gekühlt einen herrlichen Trinkgenuss an warmen Tagen. Der Rotwein eignet sich wegen seines reichen Buketts und der kräftigen Farbe sehr gut als Begleiter zu kräftigen Fleischgerichten wie Rind oder Wild, deren Soßen er zusätzlich verfeinern hilft. Daneben passt er auch zu Geflügel und kräftigen Käsesorten. Man sollte ihn unbedingt auch zu einer Vesper mit Schinken- oder Salamibrot probieren.

 

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