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Riesling - ein feiner und edler Weißwein

Riesling - der König unter den Weinen

Der Riesling zählt unbestritten zu den feinsten und edelsten Weißwein- Sorten der Welt und genießt international höchstes Ansehen. Wie kaum ein anderer Weißwein bringt er die Besonderheiten von Bodenbeschaffenheit und Kleinklima zur Geltung. Seit Jahrhunderten sind die besten Weinlagen mit Riesling bestockt, allein in der Pfalz über 5000 Hektar. Dies entspricht etwa einem Fünftel der Anbaufläche. Beim Forster Winzerverein beträgt der Anteil des Riesling etwa 75 Prozent!

Sorten-Merkmale der Riesling-Traube

Die recht kompakte Traube besteht aus kleinen, festen Beeren von grünlicher Farbe, die mit zunehmender Reife ins Goldgelbe wechselt. Auf der Sonnenseite bekommen die Beeren oft einen bräunlichen Schimmer mit kleinen schwarzen Punkten. In der Pfalz nennt man sie dann "hasegebrinzelt". Ist die Riesling-Traube aber im unreifen Zustand starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt, neigt sie zu Sonnenbrand. Dann verfärben sich die Beeren braun und trocknen aus. Gerade im vergangenen Jahrzehnt mit oft heißen Sommern führte dies zu Schäden.

Die Blätter der Riesling-Rebe sind fünflappig, von rundlicher Form und nur wenig eingeschnitten. Die Blattoberseite präsentiert sich bei ausgewogener Nährstoffversorgung in einem satten Grün, die Unterseite ist fein behaart. Die gelblich grüne Triebspitze zeigt manchmal einen rötlichen Anflug. Die Triebe selbst schießen in der Haupt- Wachstumsphase schnell und gerade nach oben; die Laubarbeit bereitet wenig Probleme.

Der Riesling reift spät, bringt mittlere Erträge, ist robust und wenig frostempfindlich.

Ansprüche an Lage und Klima

Kaum eine andere Weißwein- Sorte passt so gut zum gemäßigten Klima in den deutschen Wein- Anbaugebieten. Denn der Riesling reift langsam und bildet erst im Spätjahr die typische fruchtige Säure und sein vielfältiges Bukett. Allerdings benötigt der Riesling in der Reifephase viel Sonne; daher bevorzugt er warme Hanglagen, wie man sie in Flusstälern und an den Hängen des Haardtgebirges findet. Gerade in Forst in der Pfalz findet man zahlreiche dieser südlichen oder südöstlichen Hänge, auf denen bekannte Weißwein- Sorten wie Forster Ungeheuer, Forster Kirchenstück, Forster Jesuitengarten oder Forster Stift erzeugt werden.

Der Riesling vermag vorzüglich die Eigenheiten des Bodens zur Geltung zu bringen. Dies betrifft vor allem mittelschwere, mineralreiche Böden, wie man sie in großer Vielfalt in Forst findet. Grundlage unserer Weißwein- Lagen ist dabei das Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins der Haardt, also Sand und Löß, oft durchsetzt von kleineren Steinbrocken. Zusätzlich finden wir am Haardtrand die Reste von Kalkriffen, die sich während der Entstehung des Oberrheingrabens in Binnenmeeren bildeten. Gerade in Lagen wie Forster Musenhang und Forster Ungeheuer ist der Boden mit Kalksteinbrocken angereichert. Eine Besonderheit stellen in Forst die Verwitterungsprodukte eines ehemaligen Vulkans dar, der hier vor Jahrmillionen aktiv war und den Boden mit Asche und Lava durchsetzte. Seit dem 19. Jahrhundert wurde dieser Blaubasalt auf dem Pechsteinkopf abgebaut. Über Winter reicherten viele Winzer ihre Wingerte damit an. Zum einen speichert dieses dunkle Gestein die Wärme besonders gut, zum anderen versorgt sie die Riesling-Rebe mit einer Fülle wertvoller Mineralstoffe. Der Lagenname Forster Pechstein trägt dieser Besonderheit Rechnung.

Geschichte

Der Anbau von Riesling in Deutschland ist seit dem späten Mittelalter bekannt. Woher der Name kommt, ist umstritten. Die alten Winzer von Forst sagten, Riesling kommt von "rieseln". Tatsächlich hatten die früheren, nicht veredelten Riesling- Reben die unangenehme Eigenschaft, bei ungünstigem Blütewetter zu verrieseln, das heißt, dass nur wenige Beeren einer Traube befruchtet wurden und man somit eine geringe Ernte einfuhr. Bei den heutigen Klonen auf Unterlagsreben ist dieser Nachteil kaum mehr zu spüren; gleichwohl fordert der Riesling gute Blütebedingungen.

Auf Grund seiner Nähe zu Reben, die seit der Römerzeit bei uns auswilderten, erscheint es sinnvoll anzunehmen, dass der Riesling aus diesen Wildreben weiter entwickelt wurde. Fachleute stellten fest, dass unter anderem eine Einkreuzung mit Traminer wahrscheinlich ist. Die Verbreitung dieser Weißwein- Sorte erfolgte vom Rheintal aus in alle deutschen Weinbau- Gebiete. In der Pfalz ist der Riesling seit dem 16. Jahrhundert heimisch. Die absolutistischen Fürsten und Bischöfe schätzten diesen Weißwein besonders und forcierten den Anbau durch Verordnungen. Seit dem 19. Jahrhundert hatten die Riesling anbauenden Weingüter an der Mittelhaardt großes Ansehen; ihr Weißwein, vor allem der Riesling, genoss Weltruf und erzielte hohe Preise. Im 20. Jahrhundert verlor er allerdings etwas von seiner Bedeutung, da man auf die zahlreichen Neuzüchtungen setzte. Der "Verband Deutscher Naturwein- Versteigerer", in dem der Forster Winzerverein seit den Zwanziger Jahren Mitglied war, hielt auch in dieser Zeit den "ehrlichen" Riesling hoch. Inzwischen ist man sich einig, dass der Riesling aus den Spitzenlagen der Pfalz eine Besonderheit, ja ein Alleinstellungsmerkmal darstellt.

Riesling- Charakteristik, ein Weißwein für jeden Anlass

Die Riesling- Traube ist Grundlage von Weißwein aller Qualitätsstufen in einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen. Kenner bezeichnen ihn als frisch- elegant, spritzig und mit fruchtiger Säure. Traditionsgemäß werden in der Pfalz die QbA- Weine ( Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete) gern in Literflaschen abgefüllt. Auch der Forster Winzerverein bietet Ihnen ein Sortiment von preisgünstigen Weißwein- Sorten guter Qualität in der Literflasche, z.B. Forster Schnepfenflug, Forster Bischofsgarten oder Forster Stift.

Der Schwerpunkt liegt aber auf Prädikatsweinen aus den bekannten Forster Weinlagen, meist abgefüllt in 0,75 Liter- Flaschen. Dabei ist der Kabinett- Wein die von Kunden am meisten bevorzugte Qualitätsstufe. Riesling Kabinett trocken aus dem Forster Elster, dem Forster Pechstein oder dem Forster Ungeheuer ist bei unseren Kunden der Renner. Dieser Weißwein lebt von seinem reichen Extrakt und der fruchtigen Säure. Kenner finden hier Aromen von Pfirsich, Aprikosen oder Apfel. Die berühmten Lagen wie Forster Kirchenstück oder Forster Jesuitengarten liefern Spätlesen mit hoher Mineralität und feinem Bukett.

Zu besonderen Anlässen oder auch zum reinen Genuss eignen sich Riesling- Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Dieser Weißwein aus den Lagen Forster Ungeheuer und Forster Pechstein besitzt eine sehr lange Lagerfähigkeit und entfaltet ein Feuerwerk an Bukettstoffen, feiner Säure und edler Süße.

Wegen seiner frischen, markanten Säure eignet sich der Riesling vorzüglich als Sekt- Grundwein. Der Forster Winzerverein bietet Ihnen Riesling- Jahrgangssekt in traditioneller Flaschengärung in den Geschmacksrichtungen "Brut" und "Extra trocken". Gerade bei der jüngeren Generation erfreut sich der Forster Secco in verschiedenen Geschmacksrichtungen großer Beliebtheit.

Genuss

Ein leichter, gut gekühlter Riesling eignet sich hervorragend für warme Tage. Auch die in der Pfalz so beliebte Weißwein- Schorle sollte einen guten Qualitätswein enthalten. Trockene und halbtrockene Kabinettweine harmonieren sehr gut mit leichten Gerichten, mit Geflügel oder Fisch. Zu schweren Fleischgerichten oder zu Käse kann man gern eine Riesling- Spätlese kombinieren, falls man nicht einen Rotwein bevorzugt. Die höchsten Qualitätsstufen von der Auslese bis zum Eiswein eignen sich hervorragend als Aperitiv, aber auch zu besonderen Desserts. Natürlich dürfen Sie diese Besonderheiten auch zur reinen Freude genießen!

 

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