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Portugieser – ein leichter, süffiger Rotwein

Portugieser - der ideale Sommerwein

Seit gut zwei Jahrhunderten zählt der Portugieser zu den wichtigsten Rotwein- Sorten in Deutschland. Die Fläche von gut 4500 Hektar ist rückläufig, da in den letzten Jahrzehnten andere Rotwein- Sorten in Mode kamen. In der Pfalz galt er als der typische Haustrunk und wird immerhin noch auf 2000 Hektar angebaut. Im Forster Winzerverein beträgt der Flächenanteil 4,5%; damit ist der Portugieser nach dem Dornfelder immer noch die zweitwichtigste Rotwein- Sorte.

Geschichte

Es gilt als sicher, dass der Portugieser im frühen 19. Jahrhundert aus Österreich nach Deutschland eingeführt wurde; der bekannte Weinfachmann und Autor Johann Philipp Bronner war daran maßgeblich beteiligt. Einige Quellen berichten, dass die Rebsorte um 1770 aus Portugal nach Österreich gebracht wurde, was auch den Namen erklären würde. Sicher belegt ist diese Herkunft allerdings nicht, zumal die Rebsorte in Portugal heute kaum anzutreffen ist. Spätestens seit 1860 verbreitete sich der Portugieser zügig in Rheinhessen und der Pfalz. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts hatte fast jeder Winzer bei uns einen Portugieser- Wingert; der alkoholarme Wein wurde im eigenen Keller ausgebaut und diente als tägliches Getränk in einer Zeit, in der sich viele Winzer Mineralwasser oder Bier kaum leisten konnten. Tagelöhner, die noch ärmer waren, bereiteten sich aus Trester und Wasser einen Haustrunk, den „Bubbes“. Der Forster Winzerverein hatte sich auf Riesling spezialisiert und nahm bis in die fünfziger Jahre keinen Portugieser an.

Sortenmerkmale und Ansprüche

Die glänzend gelbgrünen Triebspitzen sind kaum behaart. Die Blattfarbe wechselt im Jahresverlauf von gelbgrün über sattgrün bis zu leuchtendem Rotbraun im Herbst. Die rundlichen, meist dreilappigen Blätter sind grob gezähnt und wenig eingeschnitten. Die kegelförmigen, großen Trauben besitzen ausgeprägte Schultern. Die länglichen, recht großen Beeren färben sich im Herbst tiefblau. Die dünne Schale und der kräftige Wuchs machen den Portugieser bei Regenwetter anfällig für Fäulnis. Im Herbst entscheiden daher wenige Tage über die Qualität des Lesegutes.

Der Portugieser treibt recht früh aus und ist empfindlich gegen Maifröste und zusätzlich gegen starken Winterfrost. Der hohe Fruchtansatz und der robuste Blüteverlauf ergeben meist hohe Erträge. Der Portugieser stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, nur Staunässe mag er nicht. Bei uns pflanzte man ihn gern auf Sandböden, für die sich der Riesling nicht eignete.

Wein- Charakteristik

Die saftreichen Beeren mit ihren dünnen Schalen ergeben auch bei Maischegärung meist einen hell- bis rubinroten Wein, der nicht mit dunklen Sorten wie Dornfelder konkurrieren kann. Gern presst man die Portugiesertrauben auch nach kurzer Standzeit ab und erhält einen gerade im Sommer sehr beliebten Weißherbst. Grundsätzlich gilt der Portugieser als bekömmlicher, nicht säurebetonter Wein mit wenig Gerbstoffen und einem mäßigen Alkoholgehalt. In der Pfalz füllt man ihn meist in die Literflasche.

Genuss

Aus dem Gesagten geht hervor, dass der Portugieser als leichter, erfrischender Trinkwein gilt, der schon im Frühsommer seine Reife zeigt. Gern darf man ihn im Sommer auch auf ca. 15 Grad kühlen, den Weißherbst auf 10 – 12 Grad. Bei den Weinfesten in der Pfalz ist die Weißherbst- Schorle besonders beliebt. Portugieser- Rotwein bietet sich als Begleiter zu leichtem Braten an, vorzüglich zu Lamm oder Kalb. Er harmoniert auch gut mit  nicht zu pikanten Käsesorten.

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