weinregal.jpg

Müller- Thurgau, ein unkomplizierter Weißwein

Müller-Thurgau oder Rivaner - ein frischer Wein

Diese vor über hundert Jahren gezüchtete Rebsorte erlebte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ungeahnte Verbreitung und überholte sogar den Riesling als wichtigste Weißwein- Sorte. Wegen der hohen Erträge bekam  er allerdings den Ruf eines Massenweins und verlor wieder an Bedeutung. Heute wird der Müller- Thurgau oft unter der Bezeichnung Rivaner verkauft.

Geschichte

Der Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Thurgau züchtete die Rebsorte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Forschungsanstalt Geisenheim. Man glaubte lange, der Müller- Thurgau sei eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Daher nannte man ihn auch Rivaner. Gentechnische Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass er aus Riesling und Madelaine Royale entwickelt wurde. Dass er sich nach dem Krieg so rasant ausbreitete, hat mit seinen Merkmalen und Eigenschaften zu tun.

Im Forster Winzerverein waren die Ansichten über die neue Weißwein- Sorte geteilt. Einige Winzer wollten in den fünfziger Jahren unbedingt diese wüchsigen Reben anlegen. Die Verwaltung hielt aber dem Riesling die Treue. Also beschloss man jedes Jahr neu, ob man Müller- Thurgau- Trauben von den Mitgliedern annnahm. Erst ein Jahrzehnt später gehörte  dieser Weißwein zum Sortiment der Genossenschaft, erlangte aber keine Bedeutung.

Sorten- Merkmale und Ansprüche

Der Müller- Thurgau gehört zu den stark wüchsigen Sorten. Die mittelgroßen Blätter sind meist fünflappig, die Blattränder gezahnt und eingeschnitten. Die gewellte Blattoberfläche zeigt sich in einem gesunden Grün, die jungen Triebe und Spitzen leuchten hellgrün. Anders als der Riesling übersteht der Müller- Thurgau ungünstiges Blütewetter; es gibt kaum Verrieselungsschäden. Der Ertrag kann auch bei mäßigem Anschnitt hoch ausfallen, da neben den Haupttrieben auch die Beitriebe (Nachaugen) gut mit Gescheinen ausgestattet sind. Außerdem entwickeln sich lange, kompakte Trauben mit recht großen Beeren. Da auch die Geiztriebe sehr wüchsig sind, benötigt der Müller- Thurgau eine aufwendige Laubpflege. Um den Ertrag zu reduzieren und höhere Qualitäten zu erzielen, sollte man außerdem die Beitriebe ausbrechen und ggf. eine zu große Menge an Trauben wegschneiden. Wegen der Anfälligkeit für Pilzkrankheiten sollte die Traubenzone durch Entblättern gut durchlüftet sein.

Die früh reifende Weißwein- Sorte stellt an die Bodenbeschaffenheit keine großen Ansprüche. Nur gegen Trockenheit ist sie empfindlich. Besonders strenge Winterfröste unter minus 15 Grad machen ihr zu schaffen. Sie gedeiht auch auf schweren Ackerböden. In der Zeit, als es keine Anbaubegrenzung gab, dehnte man die Müller- Thurgau- Fläche auch in der Pfalz bis weit ins Ackerland aus. Zusammen mit den hohen Erträgen führte diese Ausweitung bald zu einem Preisverfall.

Wein- Charakteristik

Durch unkontrollierte Flächenausweitung und Preissturz bekam der Müller- Thurgau den Ruf eines billigen Massenweins. Das wird dieser Weißwein- Sorte aber nicht gerecht. Denn bei der geschilderten gute Pflege und einer Mengenreduzierung liefert sie blumige, fienfruchtige Weine mit Muskataroma. Auch die milde Säure kommt dem Wunsch der Verbraucher entgegen. Inzwischen werden Rivaner gerade im Kabinett- Bereich in der 0,75 Liter- Flasche gern nachgefragt.Dieser Weißwein entfaltet schon früh seine feine Frucht und sollte nicht zu lange lagern.

Genuss

Der Müller- Thurgau ist ein herrlicher Zechwein mit Muskat- Bukett und milder Säure. Gut gekühlt, bietet er sich zum unbeschwerten Genießen an, vor allem an warmen Sommertagen. Dieser Weißwein kann wegen seiner unkomplizierten Frische auch Nicht- Weinkenner überzeugen. Vorzüglich eignet er sich zum Mischen mit Mineralwasser zur beliebten Weinschorle. Der Müller- Thurgau passt gut zu eher leichten Speisen wie Fischgerichten oder gedünstetem Fleisch.

 

Forster Winzerverein eG
Weinstraße 57
67147 Forst

Fon: +49 6326 306
Fax: +49 6326 1391
E-Mail: info@forster-winzer.de

Öffnungszeiten Forster Winzerverein:
Montag - Freitag: 8.00 - 18.00 Uhr durchgehend
Samstag: 9.00 - 13.00 Uhr

Weinverkaufsstelle Marie Luise Doll in Forst:
Täglich, auch samstags, sonntags, feiertags und nach Geschäftsschluss