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Dornfelder – ein farbintensiver Rotwein

Dornfelder - ein kräftiger Rotwein

Erst vor sechzig Jahren gezüchtet, entwickelte sich der Dornfelder inzwischen zu einer der beliebtesten Rotweinsorten in Deutschland ( gut 8000 Hektar). Anbauschwerpunkte sind Rheinhessen (3500 Hektar) und Pfalz (gut 3000 Hektar). Der Forster Winzerverein kultiviert Dornfelder auf knapp 5% seiner Fläche.

Geschichte

Der Dornfelder wurde an der Staatlichen Weinbauschule Weinsberg 1955 neu gezüchtet und erhielt seinen Namen nach dem Gründer der Schule, Immanuel Dornfeld. Dieser Rotwein ist eine Kreuzung aus Helfensteiner und Heroldrebe. Ihre Zulassung erhielt die Rebsorte 1980. Sie diente ursprünglich als Deckwein, gab also im Verschnitt helleren Rotwein- Sorten eine intensive Farbe. Bald erkannte man aber das Potential des Dornfelder als eigenständigen Rotwein; danach verbreitete er sich rasant in Rheinhessen und der Pfalz. Im Forster Winzerverein begann man recht spät mit dem Anbau dieser Sorte, als ihre Beliebtheit und die Preise auf dem Höhepunkt waren. Inzwischen steht der Dornfelder mengenmäßig bei uns noch vor Portugieser und Spätburgunder an erster Stelle.

Sortenmerkmale und Ansprüche

Die offene Triebspitze ist stark behaart. Die fünflappigen Blätter sind recht tief eingebuchtet und grob gezähnt. Auffallend ist die geschlossene, meist überlappende Stielbucht. Die Blätter fallen im Sommer durch ihre dunkelgrüne Farbe auf und verfärben sich im Herbst dunkelrot. Die kegelförmige, recht große Traube weist breite Schultern auf. Die großen runden Beeren sitzen locker und färben sich während der Reife blauschwarz; dabei tragen sie einen silberfarbenen Belag. Die dicke Schale und der lockere Sitz machen die Traube gegen Fäulnis wenig empfindlich. Allerdings verursacht neuerdings die Kirschessigfliege große Schäden. Sie wurde aus Asien eingeschleppt und befällt fast alle roten Obstsorten. Sie bohrt die Haut an und legt ihre Eier ins Fruchtfleisch, während die heimische Fruchtfliege nur faulendes Lesegut befällt. Eine tägliche Kontrolle des reifenden Lesegutes ist unumgänglich für eine Bekämpfung. Kündigt sich extremer Befall an, hilft nur das sofortige Ernten!

Der Dornfelder stellt keine besonders hohen Ansprüche an den Boden; nur für trockene, arme Sandböden eignet er sich nicht. Wegen seines starken Wuchses bringt er bei guter Wasserversorgung sehr hohe Erträge. Ein maßvoller Rebschnitt ist Grundvoraussetzung für gute Qualität. Ebenso sind sorgfältige Laubarbeit einschließlich Entblättern der Traubenzone und Ausdünnen von Geiztrieben erforderlich. Um einen besonderen Rotwein zu erzeugen, schneiden die Winzer gern zu Reifebeginn grüne Trauben heraus oder halbieren sogar zur Ertragsreduzierung die Trauben. Der Dornfelder ist gegen strenge Winterfröste und natürlich gegen Spätfröste empfindlich.

Wein- Charakteristik

Charakteristisch für den Dornfelder- Wein ist die tiefrote Farbe, die im Glas oft blauschwarz schimmert. Sein vielfältiges Bukett erinnert an Brombeere, Holunder und Kirsche, manchmal leicht an Pfeffer. Die milde, bekömmliche Säure kommt dem Geschmack vieler Verbraucher entgegen. Maische-erhitzte Dornfelder zeigen schon früh Frucht und Reife; mancherorts werden sie schon um die Weihnachtszeit als Primeur angeboten. Bei Maischegärung, vielleicht auch in Verbindung mit dem Ausbau im Holzfass, entwickeln sich gerbstoffreiche, hochfarbene Weine, die von Liebhabern gesucht werden und lange lagerfähig sind. Als Grundwein eignet sich der Dornfelder gut für Rotsekt oder Secco.

Genuss

Wegen seiner intensiven Farbe und seiner Fruchtaromen hat sich der Dornfelder zu einem beliebten Trinkwein entwickelt, ideal für Winterabende. Ein trockener Dornfelder Rosé mundet gut gekühlt auch an Sommertagen. Gehaltvolle, tanninbetonte Dornfelder passen ausgezeichnet zu kräftigem Braten, Wildgerichten, Gulasch und zu pikantem Käse. Gerade der Dornfelder verfeinert Soßen zu Braten und Wild ausgezeichnet; am besten trinkt man ihn dann auch zum Fleischgericht. Gelegentlich wird ein markanter Dornfelder auch mit Süßspeisen, beispielsweise Kirschkompott, kombiniert.

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